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Die Versteigerung des Imperiums

Im Jahr 193 n. Chr. ermordete die Prätorianergarde Kaiser Pertinax, als er sie nach einer kleinen Meuterei zu disziplinieren versuchte. Einen offiziell vereinbarten Nachfolger gab es nicht, was zu einem der ungewöhnlichsten Ereignisse der römischen Geschichte führte. Der Schwiegervater des Pertinax, Flavius Sulpicianus, war Präfekt in der Stadt und begab sich ins Lager, um die Prätorianergarde zu überzeugen, ihn als Nachfolger anzunehmen. Er war zwar ein unbeliebter Kandidat unter den Prätorianern, doch ein geeigneter Ersatz liess sich nicht finden, selbst nachdem man die Strassen Roms nach einem Bewerber durchkämmt hatte. An diesem Punkt erfuhr Didius Julianus, ein reicher Senator, mitten in einem Trinkgelage zu später Stunde von den Ereignissen und erschien vor den Mauern des Lagers. Er rief den Prätorianern zu, er würde ihnen so viel in Gold und Silber für den Kaisertitel bieten, wie sie verlangten. Daraufhin entspann sich eine spontane Versteigerung zwischen Didius Julianus und Flavius Sulpicianus, aus der Didius Julianus schliesslich um den Preis von 25 000 Sesterzen pro Gardesoldat als Sieger hervorging. Das
Imperium wurde verkauft und Didius Julianus zum Kaiser ausgerufen. Unweigerlich war Didius Julianus bei den Bürgern Roms, die seinen Aufstieg zur Macht als lächerlich empfanden, unbeliebt. Didius Julianus erhielt nicht viel für sein Geld, denn er war nur zwei Monate lang Kaiser - seine Herrschaft fand ein vorzeitiges Ende, als er während der Eroberung Roms durch Septimius Severus enthauptet wurde.

 
 
copyright cohors v praetoria, MMXI, letzte aktualisierung: März 2012