Castra Praetoria
Die castra praetoria war ein befestigtes Lager der Prätorianer in Rom mit einer Fläche von ca. 440 auf 380 Meter. Die Überreste sind im heutigen Stadtteil Castro Pretorio (Viminal, nordöstlich Roms) zu sehen. Errichtet wurde sie 23 n. Chr. auf Vorschlag des Seianus vom römischen Kaiser Tiberius. Die von Kaiser Augustus auf mehrere Standorte verteilten Prätorianer wurden in die castra praetoria zusammengelegt und standen somit der römischen Tradition einer entmilitarisierten Hauptstadt entgegen. Ursprünglich lag sie deshalb ausserhalb der Stadt, wurde aber ab dem Jahr 271 in den Verlauf der aurelianischen
Stadtmauer eingebunden.
Mit der riesigen Fläche hatte das Lager ein Fassungsvermögen für ca. 4000 Mann, durch die bis zu 3 Stockwerke hohen Kasernen könnten sogar bis zu 12'000 Mann platz gefunden haben. Die Kaiser hatten somit eine streng disziplinierte Garde schnell zur Hand. Da die castra praetoria im Jahr 312 niedergebrannt wurde, ist von den Gebäuden im Inneren kaum etwas bekannt. Lediglich ein Marstempel, ein Tribunal, schola et aedicula und das armamentarium sind nachgewiesen worden. Die tiberischen Tore und weitere Kasernen im südöstlichen Sektor wurden beim Bau der Nationalbibliothek in den Jahren 1960 - 1966 entdeckt.
Schola et aedicula (Schule und Kapelle)
Schule (lat. schola)
Häuschen, Kapelle,
Nische oder Tempelchen (lat. aedicula).
Armamentiarium (Waffenkammer)
Kammer für Waffen (lat. armamentarium) |